Dell UltraSharp UP2720Q LED-Monitor 68,6 cm: Die technische Analyse

Dell UltraSharp UP2720Q LED-Monitor 68,6 cm positioniert sich als professionelles 4K-Display mit hardwarekalibrierbaren Farben im 27-Zoll-Format. Das Gerät richtet sich an Anwender, die farbkritische Arbeit verrichten – Fotografen, Grafikdesigner, Videoproduzenten und Druckvorstufen. Der primäre USP liegt in der integrierten Hardware-Kalibrierung: Der Monitor speichert Kalibrierungsprofile direkt im internen LUT (Look-up Table), unabhängig von der Grafikkarte. Damit bleiben Farben auch nach Wechsel des Quellgeräts oder Betriebssystems konsistent.

Das Panel basiert auf IPS-Technologie (In-Plane Switching) von LG.Display mit einer nativen Auflösung von 3840×2160 Pixeln. Die Bildwiederholrate beträgt 60 Hz – ausreichend für stationäre Bildbearbeitung und Videowiedergabe, nicht optimiert für Gaming über 60 fps. Die Reaktionszeit liegt bei 5 ms (Grau zu Grau), was für professionelle Grafikanwendungen unkritisch ist. Die Farbraumabdeckung erreicht laut Datenblatt 100 % AdobeRGB, 98 % DCI-P3 und 100 % sRGB. Diese Werte ermöglichen eine zuverlässige Vorschau für Druckprozesse (AdobeRGB) und digitale Kino-/Videoformate (DCI-P3). Die Farbtiefe beträgt 10 Bit (1,07 Milliarden Farben), realisiert durch native 10-Bit-Panelsteuerung – kein FRC-Dittern.

Die Helligkeit ist mit 250 cd/m² (typisch) und Spitzenwert 350 cd/m² (HDR-Modus) moderat, was für Büro- und Studioarbeit ausreicht. HDR10 wird unterstützt, jedoch ohne VESA DisplayHDR-Zertifizierung. Der Kontrast liegt bei typischen 1300:1 (IPS-übliche Werte). Der Monitor besitzt eine blendfreie, anti-reflektive Beschichtung. Die Blickwinkelstabilität beträgt 178° horizontal/vertikal.

Das Anschlussfeld umfasst einen USB-C-Anschluss mit DisplayPort-Alt-Modus und 90 Watt Power Delivery – damit lässt sich ein Notebook laden und gleichzeitig Videosignal übertragen. Zusätzlich: DisplayPort 1.2, HDMI 2.0, vier USB-A 3.0 Downstream-Ports und ein USB-B Upstream. Die Ergonomie erlaubt Höhenverstellung (130 mm), Neigung (-5° bis +21°), Schwenkung (±45°) und Pivot-Funktion. VESA-kompatibel (100×100 mm). Gewicht: 9 kg (mit Standfuß). Die Abmessungen betragen ca. 61,2 × 54,1 × 20,0 cm (B × H × T) mit Standfuß.

Die Lieferung erfolgt als Neugerät aus deutschem Bestand. Der Preis von 738,15 EUR liegt deutlich unter der ursprünglichen UVP von rund 1.400 EUR. Dies ist auf das Auslaufen der Modellreihe zugunsten des Nachfolgers U2723QE zurückzuführen. Dennoch bietet das UP2720Q technisch auf diesem Niveau keine nennenswerten Kompromisse.

Hard Facts: Die Spezifikationen

Parameter Wert
Bildschirmdiagonale 68,6 cm (27 Zoll)
Auflösung 3840 × 2160 (UHD 4K)
Panel-Technologie IPS (In-Plane Switching)
Seitenverhältnis 16:9
Bildwiederholfrequenz 60 Hz
Reaktionszeit 5 ms (Grau zu Grau)
Farbtiefe 10 Bit (1,07 Mrd. Farben)
Farbraumabdeckung 100 % AdobeRGB, 98 % DCI-P3, 100 % sRGB
Helligkeit (typisch) 250 cd/m²
Kontrastverhältnis (typisch) 1300:1
Blickwinkel 178° / 178°
Hardware-Kalibrierung Ja, über Dell Color Calibration Suite
Anschlüsse 1× USB-C (DP Alt Mode, 90 W PD), 1× DisplayPort 1.2, 1× HDMI 2.0, 4× USB-A 3.0 Downstream, 1× USB-B Upstream
Ergonomie Höhenverstellung 130 mm, Neigung -5°/+21°, Schwenk ±45°, Pivot
VESA-Aufnahme 100 × 100 mm
Gewicht (mit Standfuß) 9,0 kg
Abmessungen (mit Standfuß) ca. 612 × 541 × 200 mm
Stromverbrauch (typisch) 45 W
Energieeffizienzklasse F (EU 2019/2013)
EAN 5397184200216
Zustand Neu
Lieferumfang Monitor, Standfuß, Netzkabel, USB-C-Kabel, DisplayPort-Kabel, USB-B-Kabel, Kalibrierungsbericht

Preis-Leistungs-Einordnung bei 738.15 EUR

Der Dell UltraSharp UP2720Q wird im Neuzustand für 738,15 EUR inklusive Versand aus Deutschland angeboten. Die ursprüngliche unverbindliche Preisempfehlung lag bei rund 1.399 EUR. Der aktuelle Preis entspricht einer Reduktion von über 47 %. Dies ist ein marktüblicher Preis für ein Auslaufmodell, das technisch jedoch auf dem Niveau aktueller professioneller 27-Zoll-4K-Monitore liegt.

Zum Vergleich: Der Nachfolger Dell U2723QE kostet neu etwa 650–700 EUR, besitzt jedoch keine Hardware-Kalibrierung und deckt „nur“ 90 % DCI-P3 ab. Der UP2720Q bietet mit 98 % DCI-P3 und voller AdobeRGB-Abdeckung sowie der Kalibrierungsoption einen klaren Vorteil für farbkritische Anwender. Auch Monitore der Eizo ColorEdge CS-Serie mit Hardware-Kalibrierung starten bei rund 800–1.000 EUR.

Die eingebaute Hardware-Kalibrierung erspart den Kauf eines externen Kalibrators sowie manuelle Software-Prozeduren. Bei professioneller Farbarbeit amortisiert sich der Aufpreis gegenüber Standard-4K-Monitoren schnell. Der Preis von 738,15 EUR liegt im unteren Preissegment für Displays dieser Klasse. Einschränkungen: Die geringe Helligkeit (250 cd/m²) ist für normale Büroarbeit ausreichend, aber nicht für HDR-Produktion. Auch fehlt eine VESA DisplayHDR-Zertifizierung. Für reine Farbabstimmung und Retusche ist dies jedoch irrelevant.

Aus wirtschaftlicher Sicht bietet der Monitor ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis, da die Hardware-Kalibrierung und die hohe Farbraumabdeckung sonst nur in teureren Geräten zu finden sind. Der Zustand „Neu“ garantiert volle Herstellergarantie und unbenutzte Komponenten. Käufer sollten jedoch bedenken, dass der Monitor kein aktuelles Modell ist – Firmware-Updates oder Treiberunterstützung könnten mittelfristig eingestellt werden. Dell bietet typischerweise 3 Jahre Garantie auf UltraSharp-Modelle.

FAQ: 3 kritische Fragen vor dem Kauf

1. Warum ist Hardware-Kalibrierung dem Software-Verfahren überlegen, und wie profitiert der UP2720Q davon?
Hardware-Kalibrierung schreibt Korrekturwerte direkt in die Look-up-Table (LUT) des Monitors, die auf Signalebene angewendet werden – unabhängig von der Grafikkarte und dem Betriebssystem. Dadurch bleibt die Kalibrierung erhalten, auch wenn man das angeschlossene Notebook wechselt oder eine andere GPU verwendet. Beim UP2720Q arbeitet die Dell Color Calibration Suite mit unterstützten Messgeräten (z. B. X-Rite i1Display Pro oder ColorMunki) zusammen. Der Monitor speichert bis zu zwei Profile. Software-Kalibrierungen dagegen manipulieren nur den GPU-LUT und gehen bei Treiberwechseln oder Signalfarbraumeinstellungen verloren. Für reproduzierbare Druckproofs ist Hardware-Kalibrierung daher Praxisstandard.

2. Reichen 60 Hz Bildwiederholrate für die Videobearbeitung in 4K aus?
Ja, für klassische Videobearbeitung (Schnitt, Farbkorrektur, Compositing) mit Quellmaterial in 24, 25, 30 oder 50/60 fps sind 60 Hz ausreichend. Der Monitor zeigt jedes Bild flickerfrei und ohne Ruckeln an. Probleme treten nur bei 120-Hz- oder 240-Hz-Quellen auf – hier müsste das Material auf 60 Hz umgerechnet werden, was zu Mikrorucklern führen kann. Da professionelles Videomaterial selten über 60 fps liegt – Ausnahme: High-Speed-Aufnahmen – ist die Einschränkung gering. Für Gaming oder dynamische 3D-Animationen mit hohen Bildraten wäre ein 120-Hz-Monitor besser geeignet.

3. Wie schneidet der UP2720Q im Vergleich zum günstigeren Dell U2720Q ohne Hardware-Kalibrierung ab?
Der U2720Q ist baugleich bis auf das Kalibrierungsmodul: gleiches Panel, gleiche Anschlüsse (USB-C mit 90 W, DP, HDMI). Der U2720Q deckt ebenfalls 100 % AdobeRGB und 98 % DCI-P3 ab, bietet aber nur Software-Kalibrierung über das OSD und Dell Display Manager. Für Anwender, die regelmäßig farbverbindlich arbeiten (Proofs für Druck, Farbkonsistenz über mehrere Geräte), ist die Hardware-Kalibrierung des UP2720Q der entscheidende Mehrwert. Reine Office-Arbeit oder Gelegenheitsfotografie rechtfertigt den Aufpreis nicht. Der Preisunterschied liegt aktuell bei ca. 100–150 EUR. Wer professionelle Farbmanagement-Workflows mit Color-Management-Systemen (CMS) betreibt, sollte zum UP2720Q greifen.

Dell UltraSharp UP2720Q LED-Monitor 68,6 cm

Dell UltraSharp UP2720Q LED-Monitor 68,6 cm

738.15 EUR


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